Podcast-Gast werden

Kleiner Leitfaden für Podcast-Gäste

Sie wurden als Podcast-Gast eingeladen? Und das Ganze soll via Internet ablaufen? Prima! Und damit die Technik keine Hürde darstellt, gibt es hier eine kleine Hilfestellung.

Das erste, was Sie als Gast benötigen, sind Kopfhörer, Mikrofon und eine geeignete Software, um mit dem Gesprächspartner in der Ferne eine Verbindung aufbauen zu können. Hier fällt vielen vielleicht gleich Zoom, Face-Time oder Skype ein. Jedoch wird für das Podcasting eine qualitativ sehr gute und auch stabile Verbindung benötigt. Daher wird für diesen Zweck üblicherweise studio.link genutzt. Von dieser Software gibt es eine kostenlose Stand Alone-Version für Gastgeber und Gäste, mit der sogar bis zu 6 Gesprächspartner in die Gesprächsrunde kommen können – und das alles bei sehr guter Audioqualität.
Die kostenlose Stand Alone-Version von Studio-Link kann hier heruntergeladen werden: https://doku.studio-link.de/standalone/installation-standalone.html

Wenn Sie diese kostenlose Version heruntergeladen haben, können Sie sich die ersten Schritte mit der Software hier im Video anschauen: https://doku.studio-link.de/standalone/erste-schritte-standalone.html

Mit der Installation wird in Ihrem Standardordner (oftmals der Desktop/Schreibtisch) ein Ordner namens studio-link angelegt (falls nicht bereits vorhanden) in dem u.a. die lokale Aufnahmespur gespeichert wird. Anschließend öffnet sich der Browser mit der studio.link-Oberfläche. Dann kann es auch schon losgehen.

Rechts oben wird die Version der Software angezeigt (die aktuelle Version kann immer unter dem oben angegebenen Link heruntergeladen werden). Darunter der Verbindungsstatus (sollte _OK_ lauten) und die eigene ID. Diese ID ist wichtig, denn der Gesprächspartner wird danach fragen, um den Anruf zu starten. Diese ID entspricht quasi einer Telefonnummer. Möchten Sie selbst jemanden über Studio-Link anrufen, geben Sie einfach die ID des Gesprächpartners in das Feld „Enter Partner ID“ ein und klicken Sie auf „Call“. Die Verbindung wird umgehend aufgebaut (dazu später mehr).

Auf der linken Seite gibt es den Button „Interface“. Hier können Einstellungen für Mikrofon und Kopfhörer geändert werden. Besonders falls gesprochen wird und kein Pegelausschlag (“Your Signal Level“) zu sehen ist, sollte hier reingeschaut werden.

Es existiert aber auch hier eine einfache Lösung, um Equipment zu testen. Denn es gibt in studio.link bereits drei Einträge im Adressbuch. Diese sind nach einem Klick auf „More…“ zu finden.

Mit einem Klick auf den ersten Eintrag „echo“ öffnet sich eine Verbindung, und Sie hören sich selbst mit einer kleinen Verzögerung. Dies ist eine sehr gute Möglichkeit, Mikrofon und Kopfhörer zu testen, bevor es ernst wird. Die anderen beiden Test-Adressen spielen nur Musik ab. Der Rest der Oberfläche, erklärt sich von alleine. Es ist nicht kompliziert.

Wenn das Gespräch dann los geht, gibt es zwei Möglichkeiten zur Aufzeichnung:

  1. Sie sind Gast – dann wird Sie Ihr Gastgeber auffordern zur Sicherheit die lokale Spur, also das, was Sie selbst sagen, aufzuzeichnen. Dazu drücken Sie einfach oben im Fenster den Record-Button. Dieser wird rot und schon läuft die Aufnahme. Nicht erschrecken, gleichzeitig öffnet sich ein Explorer/Finder-Fenster. DIeses kann getrost gleich wieder geschlossen werden.
  2. Sie sind Gastgeber – jetzt sollten Sie auf jeden Fall den „Record“-Button drücken! Auch jetzt öffnet sich der Explorer/Finder (siehe 1.).
  3. Ist das Gespräch beendet, egal ob als Gast oder Gastgeber, einfach erneut „Record“ drücken und die Aufnahmespur wir abschließend gespeichert.

Am Ende der Aufzeichnung findet sich im o.g. Ordner „studio-link“ ein Unterordner mit dem aktuellen Datum im Ordnernamen. Darin befinden sich jetzt Dateien mit der Endung „.flac“.

Die erste Datei, „local.flac“ ist die eigene Aufnahmespur. Die anderen sind die Spuren der Gesprächspartner. Eine .flac-Audiodatei kann mit fast jedem Audioprogramm geöffnet werden. Meist bittet der Gastgeber, die lokale Spur auf einen sicheren Cloudspeicherdienst im Internet hochzuladen. Dies ist nur dann notwendig, falls der Gastgeber bei der Aufzeichnung ein Problem (Störung im Netzwerk o.ä.) festgestellt hat. Die lokale Spur ist im Regelfall fehlerfrei.

Das war eigentlich schon alles. War doch gar nicht so schwer, oder? Die eigentliche Arbeit hat nun der Gastgeber. Er muss die einzelnen Aufnahmespuren zusammenbringen, schneiden, bearbeiten, Störgeräusche filtern sowie eventuelles Rauschen entfernen.

Was gibt es noch zu beachten?

Ganz wichtig sind ein paar Tipps und Regeln, die beachtet werden sollten.

  1. Testen Sie Mikrofon und Kopfhörer frühzeitig, damit sichergestellt ust, dass alles funktioniert.
  2. Bluetooth-Kopfhörer/Headsets sollten nicht verwendet werden. Diese verwenden eine abweichende Audio-Codierung, was zu erheblichen Qualitätseinbußen führen kann.
  3. Falls am Aufnahmegerät das Aufnahmeformat einstellbar ist, ist möglichst: 48 kHz, 24 bit, *.wav, 1-Kanal (Mono) oder 2-Kanal (Stereo) zu wählen – letzteres braucht es aber nicht wirklich, Mono ist ausreichend. Dies kann z.B. auch unter Windows eingestellt werden. So kann die Aufnahme gut bearbeitet werden.
  4. Stellen Sie eine stabile Internet-Verbindung her. Am besten eine LAN-Verbindung mit Ethernet-Kabel, da WLAN störanfälliger ist, was zu Aussetzern oder Störungen in der Tonqualität führen kann.
  5. Nutzen Sie geschlossene Kopfhörer oder In-Ear-Kopfhörer (z.B. ein Headset des Smartphones), da ansonsten der Ton aus dem Kopfhörer wieder ins Mikrofon fließen kann.
  6. Achten Sie auf die richtige Position des Mikrofons. Je nach Art des Mikrofons unterscheidet sich die Position wie folgt
    • Headset (Kopfhörer + Mikrofon) – Hier sollte das Mikro ca. 2-5 cm vor der Unterlippe positioniert werden. Die Lautstärke der Kopfhörer sollte zudem so gering wie möglich gehalten werden, damit das Mikro nur die eigene Stimme aufzeichnet.
    • Lavalier-/Ansteckmikrofon – Dieses befestigt man idealerweise ungefähr 10-15 cm unterhalb des Kinns, mittig an der Kleidung.
    • Tischmikrofon – Dieses wird vor dem Sprecher auf dem Tisch positioniert. Jeder Stoß gegen den Tisch kann jedoch zu Störgeräuschen führen. Außerdem empfiehlt sich die Verwendung eines Plopp-Schutzes, um harte T- oder P-Laute abzumildern.
    • Handmikrofon – Wird in der Hand gehalten und vor dem Mund positioniert. Jede Bewegung der Hand kann jedoch zu Störgeräuschen führen. Außerdem empfiehlt sich die Verwendung eines Plopp-Schutzes um harte T- oder P-Laute abzumildern.
  7. Vermeiden Sie Störgeräusche! Schließen Sie möglichst Türen und Fenster, verzichten Sie auf Radio und TV im Hintergrund. Auch jede Berührung des Mikrofons oder des Kabels des Mikrofons verursacht Störgeräusche.
  8. Konzentrieren Sie sich auf das Gespräch. Jedes Tastaturklappern, Mausklicken oder Kugelschreiberklackern ist zu hören.
  9. Für den Fall, dass etwas getrunken werden soll oder gehustet/geniest werden muss, gibt es bei Studio-Link die Funktion „MUTE“. Einfach kurz draufdrücken, Tarzan-Schrei machen und wieder „MUTE“ drücken. Niemand hat auch nur ansatzweise etwas gehört.
  10. Nach Starten der studio.link-Software fragt ggfs. eine Firewall eine Berechtigung für den Internetzugriff der Software an. Dieser muss natürlich gestattet sein.

Mögliche Fehler unter Windows

Sollten Sie mit Windows arbeiten, kann es sein (insbesondere bei Laptops), dass ein Echo zu hören ist und nicht lokalisiert werden kann, wo dieses her kommt. In diesem Fall müssen die Aufnahmegeräte in der Systemsteuerung überprüft werden. Hier darf nur ein (!) Mikrofon aktiv sein. Falls mit einem externen Mikrofon über USB oder 3,5mm Klinkenstecker gearbeitet wird, kann u.U. das interne Mikrofon des Laptops weiter aktiv sein. Dann kann es zu Überlagerungen kommen oder das (gute) externe Mikrofon wird ignoriert, was zu schlechterer Qualität führen kann. Eine Empfehlung ist dann, das interne Mikrofon zu deaktivieren (Linksklick auf Mikrofon).